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Der König von Palma - Das Leben des Bruno

Der König von Palma wirkt wie ein alternder Filmstar, wenn er in leicht gebückter Haltung mit einer Zigarette im Mund und seinem besten Freund Flocky, einem kleinen weißen Hund, durch die Altstadt spazieren geht. Bleibt der 64jährige stehen, wippt sein Körper wie ein Metronom. Ist er aufgeregt oder freut sich, reibt er seine Hände aneinander. Die schwarzen Haare trägt er meist kurz und akkurat gescheitelt. Wenn er zu einem spricht, schauen seine blauen Augen einen neugierig freundlich an. Mit einem leicht stechenden Blick:

"Mein Name ist Herr Bruno Regnault de Maulmin. Ich bin - wie könnte ich es sagen - vielleicht der König von Palma. Das könnte man sagen: Der König von Palma. Aber ich weiß nicht, ob es alle wissen. Ich denke, ich bin der König von Palma, weil ich im Café sitze und mit meinem Hund spazierengehe. Aber ich bin nicht wie der König von Spanien. Ich bin der König von Palma, weil ich im Café sitze und mich gut benehme."

Jeden Tag durchstreift der Franzose sein Reich, im Herzen von Palma de Mallorca. Das Viertel hat den Charme einer italienischen Kleinstadt: sandsteinfarbenen Mauern säumen enge, verschachtelte Gassen, gedrungene Häuser mit schmalen Eingangstüren stehen neben ehrwürdigen Palästen und Klöstern. Das ist seine äußere Welt.

Brunos innere Welt ist die eines 12jährigen, die er auf seine ganz eigene Weise wahrnimmt, denn er ist schizophren. Für ihn zählen die kleinen Dinge und Begegnungen seines Alltags: wenn Gott zu ihm spricht, wenn er hilflos ist, weil sein dickköpfiger Hund Flocky sich nicht anleinen lassen will, wenn er sich wundert, dass die Polizei ihn bei seinem Spaziergang nicht festgenommen hat, wenn seine 10jährige Nichte Teresa ihn verkleidet oder wenn in seiner Hosentasche eine vergessene Portion Majonäse ausläuft.

Bis 1991 wohnte Bruno alleine in Paris. Er war völlig auf sich selbst gestellt, fand sich in seinem Alltag nicht zurecht und gab leichtfertig sein Geld aus, bis er keins mehr hatte. Um zu verhindern, ihn in ein Behindertenheim einzuweisen zu müssen, beschloss seine französisch-mallorquinische Familie ihn bei sich aufzunehmen. Mit viel Liebe und Verständnis ermöglicht sie ihm, ein normales Leben zu führen. Bruno ist sehr vital und ein großer Optimist. Oft entdeckt er Neues im Leben und reagiert erstaunt darüber. Er hasst Boshaftigkeit, Gewalt, Ungerechtigkeit und unmoralisches Verhalten. Er ist eigentlich ein perfekter Bürger, wäre da nicht seine Krankheit mit Stimmungswandeln und der Umstand, dass bereits Kleinigkeiten ihn leicht aus der Fassung bringen.

Der Film begleitet den nicht immer einfachen Alltag mit Bruno und taucht immer tiefer in sein Leben ein. Das gerät eines Tages aus den Fugen, als sein bester Freund Flocky plötzlich spurlos verschwindet.